Arbeitsvertrag

Ein Arbeitsverhältnis beruht auf einem Arbeitsvertrag

Gemäss Obligationenrecht ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Angestellten über wesentliche Vertragselemente wie Lohn, Arbeitszeit und Aufgabenbereich schriftlich zu informieren. Dies innerhalb eines Monats nach Vertragsbeginn. Auch eine mündliche Zusage ist verbindlich, jedoch liegen bei Streitigkeiten keine Beweise vor.

 

In einem Arbeitsvertrag sollten folgende Punkte geregelt werden:

  • Beginn des Arbeitsverhältnisses, Probezeit, Kündigungsfristen
  • Salär, inklusive Zusatzleistungen wie Gratifikationen, Spesen, etc.
  • Lohnfortzahlung bei Krankheit, Unfallversicherung, Pensionskasse
  • Arbeitszeit und Ferien (mindestens vier Wochen, Jugendliche bis 20 Wochen)
  • Zusätzlich können Stellenbeschreibungen, Reglemente und Bonusvereinbarungen angehängt werden

 

Branchen - Gesamtarbeitsvertrag (GAV)

Oftmals wird im Vertrag auf den GAV hingewiesen. Beim GAV handelt es sich um Vereinbarungen innerhalb einer bestimmten Branche, welche zwischen Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbänden einerseits sowie Arbeitgebern oder Arbeitgeberorganisationen anderseits, abgeschlossen wurden. GAV sind viel detaillierter als das Obligationenrecht und werden vom Bundesrat als allgemein verbindlich erklärt. Ungeregelte Vertragspunkte unterstehen somit automatisch den Regelungen des GAV.

 

Tipp:

Erkundigen Sie sich, ob Ihr Arbeitnehmerverband einen GAV mitunterzeichnet hat und ob der neue Betrieb dem betreffenden Arbeitgeberverband angehört.

 

Probezeit

Wird nichts anderes vereinbart, gilt der erste Arbeitsmonat als Probezeit. Im Vertrag können jedoch zwei bis drei Monate Probezeit vereinbart werden. Eine längere Probezeit ist nicht zulässig, mit Ausnahme bei Erkrankung des Arbeitnehmers während der vereinbarten Zeit. Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis von beiden Parteien innerhalb einer siebentägigen Kündigungsfrist aufgelöst werden, sofern nichts anderes geregelt ist.

 

Kündigungsfristen (OR Art. 335a ff)

7 Tage während der Probezeit

1 Monat während des 1. Jahres

2 Monate vom 2. bis zum 9. Jahr

3 Monate ab dem 10. Jahr.

In einem Arbeitsvertrag können auch andere Fristen definiert werden. Sind jedoch keine aufgeführt, gelten die Kündigungsfristen gemäss OR.

 

Unfallversicherung (Betriebs- und Nichtbetriebsunfall)

Der Arbeitgeber ist gemäss UVG (Bundesgesetz über die Unfallversicherung) gegen Betriebsunfall versichert. Personen, welche mehr als 8 Stunden in der Woche arbeiten, sind auch gegen Nichtbetriebsunfälle (NBU) versichert.

 

Lohnausfallversicherung bei Krankheit (KVG)

Grosse Firmen schliessen meist freiwillig eine Krankentaggeldversicherung für ihre Mitarbeiter ab. Diese bezahlt bei Krankheitsausfällen in der Regel während 720 Tagen 80 bis 100 Prozent des Lohnes. Falls keine solche Versicherung besteht, verpflichtet sich der Arbeitgeber (nach einem Arbeitsverhältnis von mind. 3 Monaten) gemäss Obligationenrecht zur Lohnfortzahlung gemäss Anstellungsdauer.

 

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall anhand der Berner Skala (OR Art. 324a ff.)

3 Wochen während des 1. Jahres

1 Monat während des 2. Jahres

2 Monate während des 3. und 4. Jahres

3 Monate vom 5. bis zum 9. Jahr

4 Monate vom 10. bis zum 14. Jahr

5 Monate vom 15. bis zum 19. Jahr

6 Monate vom 20. bis zum 25. Jahr

 

Tipp:

Prüfen Sie unbedingt Ihre Leistungen bei krankheitsbedingten Arbeitsausfall. Haben Sie bereits eine Kranken- und Unfallversicherung? Brauchen Sie eine private Krankenversicherung? Klären Sie dies ab und unternehmen die die notwendigen Schritte.

 

Pensionskasse (Zweite Säule)

Die Leistungen der Pensionskassen sind sehr unterschiedlich und gehen meist über das hinaus, was das BVG (Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge) vorschreibt. Erkundigen Sie sich deshalb direkt bei der entsprechenden Vorsorgeeinrichtung Ihres Arbeitgebers über die entsprechenden Leistungen.

 

Freizügigkeitsleistungen

Das Kapital, welches Sie in der Pensionskasse angespart haben, wird Ihnen bei Austritt gemäss den Regelungen der entsprechenden Pensionskasse als Freizügigkeitsleistung ausbezahlt. Dieses dürfen Sie nicht frei verwenden. Falls Sie direkt eine neue Stelle antreten, wird die alte Pensionskasse die Freizügigkeitsleistung direkt der neuen Pensionskasse überweisen. Falls dies nicht der Fall ist, muss der Betrag entweder auf ein Freizügigkeitskonto bei einer Bank überwiesen oder in eine Freizügigkeitspolice bei einer Versicherung überführt werden.

 

Tipp:

Sammeln Sie sorgfältig alle Unterlagen zu bezahlten Pensionskassengeldern, damit Sie die Leistungen immer in die aktuelle Vorsorgeeinrichtung einbringen können. Somit ersparen Sie sich bei Anspruch auf Rentenleistungen die Suche nach einbezahlten Beträgen.

Serviceteil

  • Über topjoberwallis
  • Kostenverteilung
  • Downloads
  • Checklisten
  • Merkblätter
  • Mustervorlagen
  • Informationen
  • Downloads

        Downloads TopRelais:

  • Formulare
  • Broschüren
  • Dokumente